Lotti Härdi

Tagesrückblick - 4. Tag - Rückfahrt

20250808_092123 (Foto: © Ref. KG Rein)

Konfirmationslager in Hamburg 2025
4. Tag - Abschied von Hamburg
Der letzte Tag unseres Konfirmandenlagers in Hamburg begann mit einem kleinen Abschied: Leider hiess es Koffer packen und unsere Zimmer in der Seemannsmission räumen. Nach drei Tagen fühlte es sich fast ein bisschen wie ein Zuhause an – umso schwerer fiel uns das Verlassen.
Doch der Tag hatte noch einiges zu bieten! Zuerst besuchten wir die Redaktionsräume von Hinzt & Kunzt, der bekannten Hamburger Obdachlosenzeitung. Uwe nahm sich viel Zeit für uns und erzählte eindrucksvoll vom Leben auf der Strasse, den Herausforderungen, aber auch von Hoffnung und Zusammenhalt unter den obdachlosen Menschen in Hamburg. Es war ein ehrlicher und berührender Einblick, der uns alle nachdenklich gemacht hat.
Ein echtes Highlight war dann der Besuch beim Dialog im Dunkeln. In völliger Dunkelheit wurden wir von blinden Guides durch verschiedene Alltagssituationen geführt – Strassenverkehr, ein Park, ein Café... Ohne Augenlicht waren wir plötzlich ganz auf unsere anderen Sinne angewiesen. Diese Erfahrung hat viele von uns tief beeindruckt und unseren Blick auf das Leben mit einer Behinderung verändert.
Am spaeteren Nachmittag kehrten wir noch einmal zur Seemannsmission zurück, um unser Gepäck abzuholen. Dort erwartete uns ein spannender Vortrag über die Arbeit der Seemannsmission. Wir erfuhren, wie Seeleute oft monatelang unterwegs sind, fernab von ihren Familien, unter harten Bedingungen – und dass das Leben auf See oft alles andere als romantisch ist. Die Seemannsmission bietet ihnen in dieser Zeit einen Ort der Ruhe, Hilfe und Gemeinschaft.
Am Abend machten wir uns dann auf den Weg zum Bahnhof. Pünktlich fuhren wir mit dem Zug zurück – mit vielen Eindrücken im Gepäck, etwas müde, aber sehr zufrieden. Am Freitagmorgen um 9:19 Uhr kamen wir wieder in Brugg an – ein bisschen wehmütig, dass die Zeit so schnell vergangen ist, aber dankbar für alles, was wir erleben durften.



3. Tag
Unser dritter Lagertag begann früh – mit müden Augen, aber gespannter Vorfreude auf den Ausflug ans Meer. Nach dem Frühstück ging es los Richtung Bahnhof – die Ostsee rief! Leider gab es dort den ersten kleinen Dämpfer des Tages: Der geplante Zug war ausgefallen. Also hiess es warten… und warten… und schliesslich, mit einer Stunde Verspätung, konnten wir doch noch Richtung Timmendorfer Strand aufbrechen.

Die Zugfahrt selbst war ein kleines Abenteuer für sich. Der Ersatzzug war randvoll – Sitzplätze? Fehlanzeige. Und als wir kurz davor waren, endlich unser Ziel zu erreichen, kam die nächste Herausforderung: eine Weichenstörung. Zwei Minuten vor dem Ziel standen wir dann nochmal für 20 Minuten im stickigen, völlig überfüllten Waggon. Trotz allem haben wir es ans Meer geschafft – und wurden mit frischer Ostseeluft und einem wunderschönen Strand belohnt.

Die Mutigen unter uns – und die, die sich vom norddeutschen Wind nicht abschrecken liessen – wagten sogar den Sprung ins kühle Wasser. Andere genossen einfach das Meeresrauschen, den Sand unter den Füssen und eine wohlverdiente Pause vom Trubel.

Zurück in Hamburg liessen wir den Abend inhaltlich ausklingen. Wir haben uns intensiv mit dem Thema Glauben beschäftigt: Was glaube ich? Was bedeutet mir mein Glaube? Was geht eigentlich beim Glauben? Dabei wurde klar: Glaube ist etwas sehr Persönliches – und doch verbindet er uns. Ausserdem haben wir das Thema „Konfirmation“ weitergedacht und gemeinsam spannende Gedanken und Fragen dazu gesammelt.

Zum Abschluss des Tages kamen wir – wie immer – zur Abendandacht zusammen. Ein ruhiger Moment, um den Tag hinter uns zu lassen, dankbar zu sein und zur Ruhe zu kommen.

Ein Tag voller Unerwartetem, Gemeinschaft, Gedanken und Glaube – so kann Konfirmandenlager sein.


2. Tag
Der zweite Tag unseres Konfirmandenlagers war ereignisreich, spannend und auch nachdenklich. Gleich am Vormittag sind wir gemeinsam auf Entdeckungstour gegangen: Mit einer Schnitzeljagd im Hamburger Hafen wurde unser Teamgeist auf die Probe gestellt. In kleinen Gruppen sind wir losgezogen, um Rätsel zu lösen, Hinweise zu finden und dabei spielerisch den Hafen näher kennenzulernen.

Die Hafenrundfahrt am Nachmittag war ein echtes Highlight. Bei bestem Wetter konnten wir die riesigen Containerterminals, die beeindruckenden Schiffe und die geschäftige Betriebsamkeit des Hafens vom Wasser aus bestaunen. Der Blick auf die gewaltigen Containerschiffe und Kräne hat uns noch einmal vor Augen geführt, warum der Hamburger Hafen zu Recht das „Tor zur Welt“ genannt wird.

Zwischendurch gab es auch Zeit für die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Konfirmation. Wir haben begonnen, über das Thema unserer Konfirmation nachzudenken: Was bedeutet Konfirmation für mich? Was steckt dahinter – und was möchte ich bekennen? Erste Gedanken wurden gesammelt, und es war spannend zu sehen, wie viele unterschiedliche Zugänge und Überlegungen es schon jetzt gab.

Am Abend kamen wir schliesslich zur Ruhe – in der Kapelle der Seemannsmission. Dort haben wir den Tag gemeinsam abgeschlossen: mit einem Moment der Stille, mit Gebet und Liedern. Ein besonderer Ort, der uns deutlich gemacht hat, wie sehr Glaube auch mitten im Leben – oder auf See – verankert sein kann.



1. Tag
Gestern war ein aufregender erster Tag unseres Konfirmandenlagers. Am Abend zuvor sind wir mit dem Nachtzug in Brugg losgefahren. Morgens um 8 Uhr kamen wir dann müde, aber voller Vorfreude in Hamburg an.

Der ganze Tag stand unter dem Motto: „Hamburg kennenlernen“ – und genau das haben wir getan! Direkt nach der Ankunft starteten wir mit einer spannenden Stadtrundfahrt. Vom Bus aus bekamen wir einen ersten Eindruck von der Vielfalt und Grösse der Stadt. Wir sahen den Hafen, die Speicherstadt, die Elbphilharmonie und vieles mehr. Unser Guide erzählte uns interessante Geschichten und Fakten über die Stadt – manchmal informativ, manchmal auch zum Schmunzeln.

Mittags besuchten wir den bekannten Michel, die Hauptkirche St. Michaelis. Dort nahmen wir an der Mittagsandacht teil, eine kurze, besinnliche Pause mitten im Trubel der Grossstadt. Es war ein besonderer Moment, in dieser beeindruckenden Kirche zur Ruhe zu kommen und uns daran zu erinnern, warum wir gemeinsam unterwegs sind.

Am Nachmittag erkundeten wir Hamburg zu Fuss. In kleinen Gruppen spazierten wir durch die Innenstadt, schauten in Läden, genossen die maritime Atmosphäre und lernten die Stadt noch besser kennen.

Abends bezogen wir unsere Unterkunft in der Seemannsmission – ein besonderer Ort, der für viele Seeleute ein Zuhause auf Zeit ist. Den Tag liessen wir gemeinsam in der kleinen Kapelle der Seemannsmission ausklingen – mit einer ruhigen Abendandacht, in der wir auf alles zurückblickten, was wir erlebt hatten.

Ein langer, intensiver erster Tag – mit vielen Eindrücken, die uns sicher noch eine Weile begleiten werden.
Bereitgestellt: 05.08.2025                 Datenschutz
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