Lotti Härdi

25 Jahre Spuren

IMG-20200727-WA0021 (Foto: Vreni Traub)

Schön isch’s gsi!
«Eh Stund Sunntigsschuel wäred em Gottesdienst isch eifach z‘churz.»
Dieser Gedanke liess Vreni Traub nicht mehr los. Und weil sie nicht der Mensch ist, der Gedanken einfach liegen lässt, stampfte sie daraus etwas aus dem Boden. 2001, nach den Frühlingsferien, fand der erste Gruppennachmittag für Kinder ab der dritten Klasse statt. Das Jahresthema lautete «Spuren», und so gab es bald auch einen Namen für die Gruppe.
Er passte vom ersten Tag an: Gottes Spuren finden in der Natur; Spuren, die man hinterlässt und denen man folgt.
er uns 25 Jahre begleiten würde, ahnte damals niemand.
An je einem Samstagnachmittagen im Monat zogen die Spurenkids in den Wald, schnitzten, bastelten und lauschten am Feuer Geschichten. Bald bekam Vreni Verstärkung, zuerst von Olivia und Roli, später von Adi.
In dieser Zeit machte ich, damals in der zweiten Klasse, meine ersten Schritte in den Spuren. Ich ahnte nicht, wie gross das Ganze noch werden würde. Es folgten Zeltlager mit und ohne
Matsch, ein Ausflug zum Schmied, Schnitzeljagden zur Burgruine Besserstein und Pfeilbogenwettschiessen. Dazu kamen das Theater von David und König Saul in der Höhle am Waldgottesdienst, meine erste Nacht unter freiem Himmel und mindestens eine Tonne Cervelats.
Irgendwann waren wir die ältesten Kids. Ab 2012 durften wir Verantwortung übernehmen und als Hilfsleitende mitanpacken. Immer mehr der Jugendlichen liessen sich für die Leitung begeistern, bis das heutige Spurenteam entstand.
Es ist kein Geheimnis, zumindest nicht für alle, die schon einmal einem Spurenkind begegnet sind: Das Zeltlager an Auffahrt war jedes Jahr der Höhepunkt, drei Tage voller Erinnerungen, die
nach Rauch rochen und lange nachklangen. Für uns Leitende begann es lange vorher. Wir rekognoszierten den Lagerplatz, planten Menü und Programm, schrieben Materiallisten, kauften ein und stellten schliesslich die Zelte auf.
Und jedes Mal, wenn das Lager zu Ende ging, standen wir im Kreis und sangen das Friedenslied: „Friede wünsch ich mir, Friede wünsch ich dir, Friede für üs alli und für die ganzi Wält.“ Ein fröhlicher Schlusspunkt, der uns nach Hause begleitet hat.

Nun geht ein Kapitel zu Ende. Nach 25 Jahren wird die Jugendgruppe aufgelöst. Das macht wehmütig, aber vor allem dankbar.
Liebe Vreni, danke für deinen Mut, aus einem Gedanken ein Stück Gemeindeleben zu machen, und für die Geduld, mit der du Kindern den Wald und den Glauben gezeigt hast. Liebes Leiterteam, danke für unzählige Nachmittage, durchgeregnete Wochenenden und Abende am Feuer. Ihr habt Zeit, Kraft und Herz verschenkt.
Und ein grosses Dankeschön geht an alle Kinder, die mit Matsch an den Schuhen und Funken in den Augen dabei waren, und an ihre Eltern, die uns ihre Kinder anvertraut haben.
Eine Stunde Sunntigsschuel war tatsächlich zu kurz. 25 Jahre Spuren waren genau richtig. Und Spuren, das wissen wir jetzt, bleiben auch dann, wenn man weitergezogen ist.

Das Spurenteam: Jannis, Loris, Matthias, Nicole, Pascal, Vreni

Schön sinder debi gsii: Adi, Dominic, Dominik, Jannis, Kevin, Lara, Leonardo, Loris, Luca, Lukas, Matthias, Olivia, Pascal, Roli, Theodor, Thomas, Vreni.
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