Matthias Fuchs

Betet!

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Regelmässig schreibt hier jemand vom Pfarrteam Rein einen besinnlichen Text in der Corona-Zeit. Hier das Wort zur aktuellen Woche.
Matthias Fuchs,







Psalm 95, 1-7

Kommt, lasst uns dem HERRN jubeln und jauchzen dem Fels unserer Hilfe.
Lasst uns mit Lobpreis vor sein Angesicht treten, mit Gesängen ihm jauchzen.
Denn ein grosser Gott ist der HERR und ein grosser König über alle Götter.
In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und ihm gehören die Gipfel der Berge.
Sein ist das Meer, er hat es gemacht, sein auch das Land, das seine Hände gebildet haben.
Kommt, wir werfen uns nieder und wollen uns beugen, niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer.
Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide, die Schafe seiner Hand.


Liebe Leserinnen und Leser

Der Wochenpsalm für diese Woche verlängert das Motto des Sonntages Rogate, also «Betet!», in die Woche hinein. Wir werden aufgerufen, zum Schöpfer zu beten und ihn zu loben. Die ganze Schöpfung: Berge, Abgründe, das Meer und das Land werden vor uns ausgebreitet. So wird uns vor Augen geführt, wofür wir danken können.

Diese Schöpfung enthält auch Bakterien und Viren. Und die wandeln sich, es entstehen neue Typen, die der Menschheit gefährlich werden können. Manche Christinnen und Christen sehen darin einen direkten Beweis für ein Eingreifen eines zornigen und strafenden Gottes in die Geschicke der Menschheit. Ich habe Mühe damit, mir einen Gott vorzustellen, der absichtlich Viren konstruiert, um die Menschheit damit zu strafen.

Aber ich sehe, dass das Schöpfungshandeln Gottes wunderbar ist, weil er seine Schöpfung wandelbar gestaltet hat. Diese Wandlungsfähigkeit dient dem Erhalt der Schöpfung. Als Mensch bin ich Teil dieser Schöpfung und kann diese wohl nicht vollständig erfassen und verstehen. Ich neige dazu, immer alles auf mich zu beziehen, was möglicherweise mit mir gar nichts zu tun hat. Und so fällt es im Moment vielleicht schwer, Gott uneingeschränkt für eine Schöpfung dankbar zu sein, die auch das Coronavirus enthält.

Da kommt dann der letzte Vers des Psalms ins Spiel. Hier werde ich an das bewahrende, behütende Handeln Gottes erinnert. Wir sind nicht allein, er behütet und bewahrt uns. Das hat er in den letzten Wochen getan, wir sind vor einem grossen Massensterben, vor einem Zusammenbrechen unserer Gesellschaft bewahrt worden. Und wir haben durch Jesus Christus seine Zusage bekommen, dass wir auch in Zukunft auf ihn vertrauen können, in Unsicherheit und in wirtschaftlichen Nöten. Darum dürfen wir bitten, und deshalb ist Beten und Lobpreisen gerade jetzt, gerade in dieser Woche, nötig und richtig.



Auch der Psalm 95 ist vielfach vertont worden. Ich schlage Ihnen folgende Hörerlebnisse vor:

Montag: Felix Mendelssohn hat den Psalm als grosse » Kantate für Chor und Orchester vertont:

Dienstag: Hören Sie sich den Psalm auf Hebräisch an, wie er im » Tempel Salomos geklungen haben mag.

Mittwoch: Moderne Worship von » Sons of Korah und eine Coverversion davon von » Half a Mile.

Auffahrt: Zur Predigt heute passt Psalm 95 als » anglikanischer Psalmchorgesang.

Freitag: Hören Sie den Psalm griechisch vorgetragen von » orthodoxen Mönchen auf dem Berg Athos.

Samstag: Die heutige Version des Psalm 95 stammt von einem » afrikanischen Psalm-Projekt.
Bereitgestellt: 18.05.2020     Besuche: 34 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch