Matthijs van Zwieten de Blom

Mut-Wort 19. März 2020

770 —  Ausschnitt aus dem Glasfenster "Hoffnung" in der Kirche Gümligen von Max von Mühlenen<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-rein.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>18</div><div class='bid' style='display:none;'>2304</div><div class='usr' style='display:none;'>5</div>

Regelmässig schreibt hier jemand vom Pfarrteam Rein einen besinnlichen Text in der Corona-Zeit. Hier das Wort vom 19. März 2020
Matthijs van Zwieten de Blom,
Und Gott hörte ihr seufzen. (Ex 2,24)

Liebe Leserin, lieber Leser

Da gibt es diese alte Geschichte vom Volk der Hebräer in Ägypten. Sie lebten in Gefangenschaft. Sie arbeiteten als Sklaven auf den Baustellen der Unterdrücker. Sie litten sehr unter dem Unrecht, das Ihnen angetan wurde.
Doch dann geht in der drückenden Dunkelheit ein kleines Licht an. «Gott hört unser Seufzen!» flüstert einer. Und alle hören es und schöpfen ein ganz klein wenig Mut. Gerade genug, um einen Tag weiterzumachen. Und am nächsten Tag hört Gott wieder das Seufzen, und ein anderer erinnert sich daran und sagt es weiter und wieder erwächst Mut für einen weiteren Tag.
Die Geschichte geht noch lange. Es dauert noch viele Tage und es braucht noch viele Seufzer und Mut-Flüsterer. Doch endlich kann das Volk der Hebräer aus der Sklaverei ausziehen und den Weg der Freiheit antreten.

Und alles fing damit an, dass Gott ihr Seufzen hörte.

Heute ist der dritte Tag der «ausserordentlichen Situation», des angeordneten Stillstandes. Schon an den ersten beiden Tagen bereitete mir die Distanz zu den Mitmenschen grosse Mühe. Wie kann ich als Pfarrer für Sie da sein, wenn ich Ihnen aus dem Weg gehen muss? Ich vertraue darauf, dass Gott Ihr seufzen hört. Aber wie kann ich Ihnen Mut zuflüstern, wenn ich Ihr seufzen nicht hören kann? Nicht, dass ich so viel mehr Mut hätte. Ich bin genauso am Seufzen und sauge jede Ermutigung, jedes gute Wort, das zu mir gelangt, auf, wie ein trockener Schwamm. Wir brauchen uns alle gegenseitig.

Wir haben auf dieser Website neu und vorerst testweise eine Kommentarfunktion. Sie können unter diesem Text Ihre Gedanken mitteilen. Sie können mich und alle, die mitlesen, an Ihren Seufzern teilhaben lassen, oder Sie können uns allen ein Wort des Mutes zuflüstern. Sie können zeigen, dass Sie da sind. Gott hört Ihr Seufzen. Und hier werden Sie auch von Menschen gehört.
Wenn Sie lieber persönlich mit jemandem vom Pfarrteam in Kontakt treten, dann schreiben Sie uns (Mail oder Post) oder rufen Sie an. Wir sind für Sie da.
Möge Gott Sie segnen mit Mut für den ganzen Tag.

Herzlich
Ihr Pfarrer Matthijs van Zwieten de Blom

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Bereitgestellt: 19.03.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch